Eva Schwab | Biografie <<<<<<<<<<<<<

CROSSING OVER DROSOPHILA Cathrin Nielsen

Eva Schwab arbeitet mit dem Archiv des Gewesenen und dessen Rekombinationsmöglichkeiten. Mit Präzision scannt sie sich in die Bilder ihrer eigenen Lebensgeschichte, um die objektiven Zeugen der Vergangenheit zu übermalen und der inneren Wirklichkeit der fortgeschriebenen Erinnerung anzu- passen. Sie vesammtelt die aktuelle sichtbare Erscheinung um ihre Vorgeschichte, die ihr Fleisch bildet, und deren versunkenen Gesichter in ihr wiederauferstehen, sich paaren und neu formatieren. Fotografien aus Familienalben gaben den Anstoß, jetzt dienen zunehmend fremde und wahlverwandt- schaftliche Spuren, Arrangements und Internet-Fundstücke als Vorlage.

Schwabs Bilder werden zum Zeugnis unterschiedlicher Generationen, entwickeln sich aus dem persönlichen Anliegen ins Universelle. Das Familiäre geht durch das Ethnische und Politische hindurch über in einen umfassenden Geschichts- leib. Gerade in den neueren Arbeiten nimmt die Nähe zur Fotovorlage ab. Neu ist der sich erweiternde Spielraum und die Öffnung für Fantastisches, Mythologisches und Wissenschaftliches.

Es ist nicht die Linearität der Zeit, die sie ins Bild setzt, sondern ihre Simultaneität, die sich in jedem Individuum erneut zur Erscheinung bringt: conscience collective, sedimentierte Erfahrungen, weitergepflanzte Erlebnisse, Projektionen, Narbe und Ornament.

 

CROSSING OVER DROSOPHILA Cathrin Nielsen

Eva Schwab is working with the archive of the past and it ́s recombination possibilities in the present. She repaints over the objective witnesses of what has been in order to bring them in line with the reality of her evolving memory. Photos from her own family albums and those of strangers mixed with internet-finds serve as templates or catalysts. Schwab’s paintings become a testimony of different generations and, in the process, the very personal impetus morphs into a universal appeal. The familiar moves beyond the ethnic and political, becoming a historical whole, a historical body.

In her recombined family album ( Nachbilder , volume 1+2), Schwab ́s “crossing over work” is merged into an universal family chronicle and raises questions about the quota of reality contained in memories and of photographs in particular.

New are the paintings’ expansive scope and an openness to fantasy, and to mythological and scientific concepts. Eva Schwab gathers the current visible plane around its own history, which has formed its physical flesh and whose sunken faces are resurrected in it, to mate and recombine themselves. These apparitions are not set on stage in or by linear time but rather by their simultaneity which resurfaces in each individual, i.e. collective consciousness, sediments of experience, trans- planted experiences, projections, scars, and ornamentation.

 


1966
geboren in Frankfurt am Main. Lebt und arbeitet in Berlin.
1989
Studium der Malerei bei Prof. Markus Lüpertz, Kunstakademie Düsseldorf
1991
Kunstförderpreis des Kunstvereins Düsseldorf
1992
Studienaufenthalt an der School of Visual Arts, New York
1993
Stipendium an der Cité Internationale des Arts Paris, des Ministeriums für Wissenschaft und Forschung des Landes NRW
1994
Geburt von Tochter Marie
1995
Meisterschüler bei Prof. Markus Lüpertz
1999
Geburt von Sohn Emil
1999
Dozentin an der Königlichen Kunstakademie Den Haag.
Katalog "Nachbilder", Kann Verlag Frankfurt
2000
Beginn der Werkgruppe "Nachbilder"
2002
Dozentin an der Königlichen Kunstakademie Den Haag, NL
2005
Veröffentlichung des ersten Bandes "Nachbilder" 2000 - 2005", Revolver Verlag
2009
Artist in Residence Wien ,Kulturamt Frankfurt/Kulturamt Wien
2010
Veröffentlichung des Kunstbuches "NACHBILDER 2005 - 2010", Kerber Verlag
2014
Aufenthaltstipendium -Jinan-Shandong, China
2016
Women´s story for survival and arrival Project, freeartus, Berlin


petri

Foto: Hans Petri